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Lacht die bösen Geister weg: Mords Motel

Passend zur dunkel-gruseligen Jahreszeit an Halloween präsentieren die unerschöpflichen Macher von „Gutes Wedding. Schlechtes Wedding“ ein neues Stück: „Mords Motel – ein Hitchcocktail“.

Die flotte Marion hat eine Autopanne und sucht Zuflucht bei Norman Mord und seiner lange nicht mehr gesehenen Mutter, und zwar in „Mords Motel“ im hintersten Wedding. Marion verschwindet, hinterlässt die Dusche voller Blut, und Norman ist, sagen wir mal, nicht der Mensch, bei dem man seinen Wellensittich in Pflege geben würde. Er liebt Vögel, besonders tote, noch lieber aber stopft er Menschen aus, zur Not tun es auch Kartoffeln.

Marion wird bald gesucht, und zwar von einem windigen Bezirkspolitiker, denn Marion ist mit einer erheblichen Summe seines Geldes verschwunden. Seine leicht neurotische holländische Frau wiederum ist dem Politiker auf den Fersen. Zu guter Letzt erscheint auch noch das türkische Gangsterpaar Ayla und Taifun („Wir sind Deutsches...“), das sich auch sehr für das Geld interessiert...

Die Geschichte liefert nur den Vorwand für die herrlichen Dialoge zwischen den wahren Weddingern, die alle unter besonderen Phobien leiden, so der Angst vor dem entstehenden Milchhäutchen auf erkaltendem Kaffee. Die Darsteller, Constanze Behrends-Tautorat,; Jenny Bins, Kaan Satik, Oliver Tautorat und Alexander Ther, brillieren in Doppelt- und Dreifachrollen in diversen Akzenten. Bei allem Klamauk aber fehlen nicht die Verweise auf zahlreiche Hitchcock-Filme, und selbst das Ende ist noch überraschend.

Was die Zuschauer zusätzlich begeistert (und das Beieinandersitzen auf engstem Raum ermöglicht), ist die Atmosphäre. Regisseur und Schauspieler Tautorat begrüßt mit Handschlag und flotten Sprüchen, und selbst das Verteilen der letzten Besucher auf die verbleibenden Plätze wird zum Spontantheater.

Schnelles, respektloses Großstadttheater auf hohem Niveau mit Weddinger Preisen– für Einwohner und Zugereiste gleichermaßen geeignet.!

Mords Motel läuft noch bis zum 4. November immer um 20.15 Uhr. Wer keine Karten hat, kann ab 19 Uhr auf Restkarten hoffen. Ab 7. November läuft die 56. Folge von „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“: My Fair Sabrina.

mo.

Der Nokia Communicator ist ein Berliner



Als der Berliner Ingenieur Hans Constin sein Brötchen aufschnitt, kam ihm die Idee zum
Handy-PC:

„Beide Hälften mit einem Längsscharnier verbunden und bei der Bedienung um 90 Grad gedreht, ergeben zwei Innenflchen, die mit Breitdisplay und PCTastatur versehen,
ein kleines Notebook darstellen.”





Eine tolle Idee, befand man auch bei Nokia.

„Der «Nokia Communicator» wurde 1995 im Prinzip von Hans Constin beschrieben”, bestätigt der berliner Patentanwalt Jürgen D. Hengelhaupt.
Er begleitete Constin schon bei der Patentanmeldung, des „handyPC” getauften Gerätetypus.

Inzwischen ist das mobile Internet zum Topthema der diesjährigen Computermesse CeBIT geworden, doch anstatt in Florida unter Palmen zu liegen, kämpft Constin bis heute um die Durchsetzung seiner Patentrechte.

„Nach der Patentanmeldung habe ich mich sofort mit der Firma Nokia in Verbindung gesetzt, von der mein damaliges Handy stammte. Am 12. Januar 1996 besuchten uns drei Herren von Nokia in Berlin und hörten sich an, was ich mir ausgedacht hatte”, erinnert sich Constin noch gut an sein erstes Zusammentreffen mit dem finnischen Unternehmen.
Die Herren haben offensichtlich aufgepasst, denn bereits zur CeBIT 1996 brachte Nokia den ersten
„Communicator” heraus. Nach Feiern war dem Berliner Erfinder allerdings nicht zumute.
Seine Versuche, Nokia zur Rede zu stellen, blieben seinerzeit ohne Antwort. Ziemlich genau nach Ablauf der Offenlegungsfrist, anderthalb Jahre nach der Patentanmeldung, bot Nokia schriftlich 200.000 DM für die Rechte am handyPC. Doch Constin glaubte, dass die Marktbedeutung seines Baumusters höher zu veranschlagen sei und lehnte die Summe als unangemessen ab.

Der erste Nokia Communicator unterschied sich vorsichtshalber vom Constin-Patent in einem für die
Erfindung unwesentlichem Detail der Zuordnung einzelner Module.
Constin klagte und unterlag: „Ein Berliner Gericht befand, dass Nokia die Geräte so wie vorliegend bauen dürfe, und Constin so, wie von ihm beansprucht.”
Patentanwalt Hengelhaupt ist auch heute noch der Auffassung, dass die Communicator-Modelle
von Nokia die Constin-Patente verletzen.

Auf die Grundform, die Hans Constin „handyPC” nennt - ein Mobiltelefon, das mittels Klappmechanismus im Inneren aufgeklappt eine PC-Bedienfläche zum Vorschein bringt - sind
inzwischen in Europa, USA, Russland und anderen wichtigen Märkten die Patente erteilt worden.
Doch Recht haben und Recht bekommen sind zwei gänzlich verschiedene Dinge.
Gegen einen Weltkonzern wie Nokia zu klagen, kann kleine Firmen schnell in den wirtschaftlichen Ruin treiben. Darum hofft man in Berlin immer noch auf einen fairen Partner, der Nokia auf gleicher Augenhöhe begegnet, um die Rechte am Gerätemuster durchsetzten zu können.

Auf eigene Faust

In der Zwischenzeit hat Constin die Road GmbH (www.road.de) gegründet, die handyPC-Geräte mit Linux-Betriebssystem entwickelt. Dabei unterscheidet sich die Bedienung des handyPC unter Linux nicht vom Windows-PC, erfordert also keine Umgewöhnung vom Desktop-Rechner.

Darin sieht Constin ein großes Potenzial: „Unser mobiles Linux ist das Beste, was auf mobilen Geräten zurzeit angeboten wird”, behauptet Constin selbstbewusst. „Jeder Handyhersteller bindet seine Kunden durch sein spezielles Bedienkonzept. Wir wollen genau das Gegenteil:

Jeder, der einen PC bedienen kann, soll spontan mit unseren handyPC-Geräten arbeiten können.”
Das Produktspektrum der handyPC reicht vom preiswerten Einsteiger für Jedermann bis zum Mikro-Notebook,
mit dem man auch telefonieren kann. Zur Jahresmitte ist die Produktion der handyPC in größeren Stückzahlen geplant.
Das Mobiltelefon, das sich per Klappmechanismus zum Mini-PC wandelt, könnte sich indessen als
Millionenseller entpuppen, weil kein Notebook- oder Handyhersteller mittelfristig auf Geräte in dieser Bauform verzichten wird.

Ob der Erfinder des klappbaren handyPC allerdings an diesem Millionenmarkt seinen gerechten Anteil haben wird, steht noch in den Sternen.

team-kiezmeile:
ein skandal jagt den anderen und wir sind diesbezüglich angewidert, jedoch nicht mehr wirklich verwundert!

bitte schreiben sie uns ihre meinung! info@kiezmeile.de


letzte Änderungen: 4.11.2008 13:47