
Die Geschichte der Galerie am Storchenturm und die Galeristenarbeit von Dietrich W. Hegeler beginnt am
Rande des Schwarzwalds, in Zell am Harmersbach. Ein kleiner, sehr geschichtsträchtiger Ort in dem nur Menschen wohnen, die dort geboren sind, sich der Liebe wegen dorthin verirren oder sich in die wunderschöne, manchmal mystische Atmosphäre verguckt haben.
Mitten in Zell befindet sich der mächtige Storchenturm, auf dem zu früheren Zeiten Störche über der Stadt thronten. Und die Landschaft bot Ihnen genügend Nahrung.
Ähnlich muss es Dietrich W. Hegeler gegangen sein,
als er Zell am Harmersbach aussuchte, um dort seine erste Galerie zu eröffnen, die sich genau neben diesem Turm befand, er deshalb die Galerie nach ihm benannte: eine wunderschöne Landschaft, etwas Mystik, die Nähe zu seinem geliebten Frankreich usw.
Doch irgendwann kommt die Sehnsucht nach einer neuen Herausforderung, man fühlt, dass es etwas Neues geben muss: Spannung und Größe. Für Dietrich W. Hegeler: Berlin. Aber nicht ziellos, sondern die Kollwitzstraße – eine Legende. Die idealen Räumlichkeiten fand er im Haus 97 – und er nahm den Galeriennamen mit aus der Provinz in die Stadt, der er damit ein Rätsel aufgab.
Das ist gewollt. Nicht die ewigen Amerikanismen der Galeriennamen, sondern ein Name, der durch seine Außergewöhnlichkeit vom menschlichen Gehirn gerne gespeichert wird. So entsteht eine Institution.
Künstler, die er schon im Schwarzwald präsentierte, fanden jetzt auch in Berlin ihr Publikum. Neue kamen hinzu – und neue Inhalte der Präsentation: Kunst Kompakt in der Endlosschleife übertragen auf einen sauteuren Plasmafernseher mit bestechender Bildqualität. Aber noch mehr: Bequeme Ledersessel hinter einem Tisch mit Äpfeln (jahreszeitlich bedingt), einer Bonboniere und einem Prosecco-Angebot lassen den Besucher Kunst vom Sessel aus erleben. Neue Blickwinkel auf das Schaffen vieler Künstler. Der Raum beschränkt sich nicht auf Weniges im Original, sondern auf Vieles der Vergangenheit. Verewigt die Künstler, die sich in diesem Raum einmal präsentierten, betrachtend aus der Bequeme der Sessel. Herrlich! Die Auswahl der Objekte – zum Teil übergehend in ein Feuerwerk der Farben – bringt die Einblicke in das Schaffen der Künstler, die man zum Verstehen braucht.
Das ist ein Teil der Philosophie von Dietrich W. Hegeler. Eine kleine Bühne im Raum gibt schon die Antwort auf einen anderen Teil. Leben um die Objekte herum bringen. Verbinden, Text und bildende Kunst. Lesungen. So zum
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Beispiel die Podiumslesung mit Friedhelm Ptok zum Thema „Geschichten und Gedankenbilder von Gisela Zies“ vor einigen Wochen.
In „kleinem“ Rahmen will die Galerie einen Beitrag leisten, in diesem Sinne Kunst, Kultur und Kommunikation aufeinander zu beziehen. Dietrich W. Hegeler versteht die Kunst selbst als Kommunikation. Daher legt er sich in seinem Programm nicht auf eine Spezialisierung in einer bestimmten Stilrichtung fest. Vielfalt, wie die Kunst selbst: Ein Maler entdeckt die Photographie, ein Photograph entdeckt die Malerei, und es entstehen intermediale Entwürfe.
Im übertragenen Sinn werden Utopien im künstlerischen Schaffen Realität und nehmen wirklichen Raum ein.
Denn es geht Dietrich W. Hegeler auch um den wichtigen Versuch, Gefühl und Verstand für den Besucher in eine Symbiose zu bringen, die ihn kommunikativ so stark anspricht, dass Fragen geweckt und Reaktionen wie Ablehnung oder Begeisterung hervorgerufen werden. So wird die Kunst sowohl emotional als auch intellektuell aktiv auf den Besucher wirken.
Und überraschend sein. Die ganze Galerie widerspricht dem organisatorischen Perfektionismus. Vor allem in den Details – Schauen lohnt sich. Da hängt ein Beuys im Fenster, umrahmt von einer Art Passepartout und einem Pappschild, das den Preis zeigt. Unauffällig auffällig.
Den Wert des Objekts, herkömmliche Kriterien missachtend, in Unterordnung zu bringen. Ein Stück Kunst, ohne Protz, sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Die Galerie am Storchenturm ist für Dietrich W. Hegeler eine Thema-Galerie. Über aller Philosophie steht das Thema „Die Erde & Wir“. Sein Anliegen ist über die Kunst, das künstlerische Schaffen, das „Schöne“, das zu Bewahrende und Wertvolle, einen Blick zu gewinnen auf die Erde in Ihrer Vielfalt und eindrucksvollen Großartigkeit. Die Erde als die Kraft des Lebens in planetarer Gemeinschaft aller, in Natur-Regelkreisen organisiert, die durch die erdweiten Aktivitäten des Menschen plötzlich so klein und bedroht erscheint. So stellt sich der Blick auf die Kunstwerke auch als Frage an die Zukunft dar: „Wie lange bleibt uns Schönheit erhalten, wenn wir Menschen in unseren Aktivitäten den Blick auf das Ganze verlieren?“ Den Versuch einer Antwort findet man hier.
Dietrich W. Hegeler, der unermüdliche Sucher nach „seiner” Kunst, veranstaltet im Dezember erstmals eine Kunst Kompakt Werkschau.
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