Galerie des VBK Berlin
Schöneberger Ufer 57
10789 Berlin
Bis zum 19.10. 2005
in der Galerie des VBK Berlin
Schöneber Ufer 57
Ausstellungsreihe MIT NEUEN KRÄFTEN
Theresa Beitl, Ralf Kleine, Frank Tangermann,
Angeliquq van Wesemal
Öffnungszeiten:
Di.- So. 14.00 -18.00 Uhr
Do. 14.00 - 20.00 Uhr
16.11.- 16.01. 2005
FORMATISSIMUS
Wintersalon des VBK
Eröffnung am 16.11. 2005 ab 19.00 Uhr
zusätzlich finden an dem Wochenende
10. / 11.12. 2005 ein Kunstbasar statt
und offenes Haus, Druckwerkstatt, Skulpturenpark im Hof
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Es gibt ihn noch den Verein Berliner Künstler in der Öffentlichkeit als traditionsbewußter Altherrenverein bekannt, präsentiert er sich derzeit frisch und lebendig in einer Ausstellungsreihe mit seinen neuen Mitgliedern. Gewinnt der Verein an Attraktivität, ein erster Schritt und neuer Anfang oder ein Widerbelebungsversuch? Jahrelang war die Galerie des VBK am Schöneberger Ufer 57 vom Verein ausgegliedert und wurde von Petra Lange betrieben. Zwei Häuser weiter bezog sie die neuen Räumlichkeiten und bleibt somit der Kunstlandschaft Berlins erhalten. Der Verein durchlebte des öfteren in seiner 164 Jahre Vereinszeit immer mal wieder Phasen einer längeren Stagnation und Neubeginns. 1841 gründet sich der Verein. Zu den Vätern gehörten der Bildhauer Johann Gottfried Schadow und der Maler Adolph Menzel, bedeutende Künstler ihrer Zeit. Das soziale Verantwortungsgefühl gegenüber notleidenden, insbesonderer älterer Kollegen galt als ein wichtiger Inhalt des Lebens im Verein. Von Anfang seines Bestehens an ist er mit der Geschichte der Stadt fest verwoben. In den Jahren zwischen 1870 und 1900 sammelten sich im Verein unter dem kaiserlichen Hofmaler Anton von Werner, die konservativeren Kräfte und bildeten eine wesentliche Stütze der wilhelminischen Kunstpoltik. Über die Jahre bis ins 20. Jahrhundert hat der Verein Berliner Künstler eine wechselvolle Geschichte durchlebt und mehr als einmal in der useinandersetzung mit progressiven Einrichtungen Position für die eher traditionellen Strömungen bezogen. Dennoch haben sich führende Mitglieder, unter ihnen auch Max Liebermann, immer wieder wirkungsvoll in die Kunst Berlins eingebracht. In den zwanziger Jahren bestimmte neben den Traditionalisten eine mindestens so große Zahl progressiver Künstler, wie z. B. Hans Baluschek oder Christian Schad, die Arbeit im Verein, bevor in den späten 30er Jahren die weitgehende Gleichschaltung mit der Kunstpolitik der Nazis folgte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt der VBK von den Allierten 1949 die Lizenz seine Arbeit wieder aufzunehmen. In der Nachkriegszeit gab es wieder neue Akzente im Leben des Vereins, verschiedenste künstlerische Richtungen und Persönlichkeiten. Jedoch gegen jede Auseinandersetzung und jede Veränderung mit der sich ständig wandelnden Gegenwartskunst sperrte sich ein handwerklich gut abgesicherter, konzervativer Biedersinn. Eine wichtige Voraussetzung für die Auflösung des falsch verstanden Traditionalismus und Altherren-Image war eine notwendige Öffnung des Vereins. Nach 150 Jahren uneingeschränkter männlicher Autokratie wurde 1990 die erste Frau Mitglied im Verein Berliner Künstler. In dem Kunstverstand sich anpasst an die künstlerische Situation in der Stadt und die Mitglieder sich aktiv beteiligen, kann sich ein lebendigse Kulturzentrum auch langsam entwickeln. In dem Haus im Schöneberger Ufer 57 ist dies alles möglich und es soll noch mehr möglich werden Ausstellungen, Kunsttreffs, Druckwerkstatt im Keller, Aktzeichen im 2. Stock, Künstlerfeste im wunderschön begrünten Hof. Heute zählt der Verein 120 Mitglieder. Die Anzahl der Frauen wächst, das zeigt sich auch in der derzeit temporären Ausstellungsreihe an der sich insgesamt 20 Künstler beteiligen davon 14 Künstlerinnen. Mit neuen Kräften vor neuen Wegen ist in jedem Fall ein erfreulicher Neubeginn.
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